Historisches über Witten

Nachfolgend ein kleiner tabellarischer Überblick über die Geschichte von Witten:
(ein wenig Bergbaugeschichte ist mit enthalten, da diese einen wichtigen Einfluss auf Witten hatte)

Jahr

Ereignis etc.

851

Der 1975 nach Witten eingemeindete Ort Herbede wird erstmals genannt.

1019

Haus Herbede wird erstmals urkundlich erwähnt.

1214

Witten ist in einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Adolf I. von Altena-Mark als Sitz eines Eigengerichts benannt.

1297

Burg Steinhausen wird erstmals urkundlich erwähnt.

im 13. Jh.

Burg Rüdinghausen wird erstmals urkundlich erwähnt.

17.11.1515

Kaiser Maximilian II. verleiht dem Gericht Witten kaiserliche Lehnshoheit

27.04.1542

Die Clevisch-Märkische Bergordnung enthält präzise technische Vorschriften und Anweisungen über Verleihung und Handhabung der Abbaurecht für Mineralien.

1568

Die Wasserburg Haus Herbede wird erbaut.

1578

Nachweis erster Bergbautätigkeit.

1675

Friedrich Wilhelm von Brandenburg erteilt dem Ort Witten das Privileg, einen Wochenmarkt abzuhalten. Dies kommt faktisch der Erhebung zur Stadt gleich.

1722

Der Remscheider Fabrikant Peter Lange baut in Witten drei Eisenhämmer (erste Inbetriebnahme 1723)

1730

Die Ruhr wird schiffbar gemacht. Hierdurch wird der Kohlenabsatz belebt. Es wird ein Leinpfad entlang der Ruhr angelegt.

1745

Der Fabrikant Johann Diederich Neuhaus gründet eine Hebezeugfabrik in Witten (dieses Unternehmen produziert bis heute)

um 1755

Eine Aufstellung der Stadt Schwerte zeigt, dass in der Grafschaft Mark 108 Zechen in Betrieb sind. Hiervon entfallen je 20 auf die Ämter Wetter an der Ruhr und Bochum, 24 auf Blankenstein, 29 auf Hörde, auf das Gericht Herbede 10, auf Unna 2 und auf Stiepel und Witten je eine Zeche.

29.04.1766

König Friedrich II., der Große, von Preußen erläßt eine von seinem Bergmeister Friedrich Heintzmann ausgearbeitete "Revidierte Bergordnung für das Herzogtum Cleve, das Fürstentum Meurs und die Grafschaft Mark". Die Zechen werden nun von staatlichen Beamten geleitet (Direktionsprinzip).

16.05.1767

Die revidierte Bergordnung wird durch ein "Generalprivilegium" für Bergleute in Kleve, Moers und Mark ergänzt. Es befreit den Bergmann vom Militärdienst, unterstellt ihn der Gerichtsbarkeit der Bergämter und verfügt über die Errichtung von Knappschaftskassen zur Unterstützung der Bergleute im Krankheitsfall.

1776-1780

Bau der Steinhauser Schleuse durch Clemens August Frhr. von Elverfeldt.

1780

Die Ruhr kann bis Langschede befahren werden, nachdem die notwendigen Schleusen bei Herdecke, Wetter und Witten fertiggestellt worden sind.

16.02.1784

Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom und zum Stein wird Direktor des Märkischen Bergamts zu Wetter an der Ruhr. Sein positiver Einfluss auf die Entwicklung des Bergbaus wirkt auch auf Witten nach.

18.05.1786

Auf Anordnung des Freiherrn von und zum Stein überträgt das Preußische Hütten- und Bergwerks-Departement die Leitung  der märkischen Zechen dem staatlichen Oberbergamt.

1787

Die erste deutsche Pferdeeisenbahn wird südlich von Bochum eingerichtet. Sie führt von vier Gruben bei Baak zur Rauendahler Kohlenniederlage und den Schiffsanlegestellen an der Ruhr.

1790

Johann Friedrich Lohmann pachtet Haus Berge, in dem er die erste Wittener Stahlfabrik einrichtet.

15.06.1792

Das westfälische Oberbergamt wird gegründet. Dies ist eine Zusammenlegung der Bergämter der Bezirke Wetter an der Ruhr, Ibbenbüren und Minden-Ravensburg. Freiherr von und zum Stein wird erster Direktor.

1801

Auf der Zeche Vollmond in Langendreer wird die erste Dampfmaschine im Ruhrbergbau aufgestellt. Sie dient der Wasserhaltung unter Tage.

14.11.1825

Witten wird durch eine Verfügung, Deputierte in den Provinziallandtag zu entsenden, zur Stadt erhoben.

1823

Das Bethaus im Muttental (Witten ) wird errichtet als Versammlungsort der Bergleute zum gemeinsamen Gebet vor Schichtbeginn und zur Aufbewahrung ihrer Werkzeuge nach Schichtende.

1829

Bau der Muttentalbahn durch Levin Frhr. von Elverfeldt.

25.04.1832

Im Muttental bei Witten schließen sich die Kleinzechen Eleonore, Nachtigall, Turteltaube, Aufgottgewagt, Theresia, Braunschweig und Widerlage zur Gewerkschaft Vereinigte Nachtigall zusammen. Anlass für diese 'Konsolidation' ist die Absicht, durch Abteufen eines Tiefbauschachtes ergiebigere Kohlenvorkommen zu erschließen, da die unter der Erdoberfläche liegenden Flöze der Stollenzechen zur Neige gehen.

09.03.1849

Die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft öffnet den Streckenabschnitt auf der Linie Elberfeld-Dortmund über Hagen und Witten für den Personenverkehr.

1853

Die Gußstahlfabrik Berger & Co. wird in Witten gegründet.

1855

Auf der Zeche "Vereinigte Geschwind" in Witten wird ein Wetterkamin errichtet. Der Wetterkamin dient der Frischluftversorgung der Bergleute unter Tage.

1860

In Konkurrenz zur Köln-Mindener Strecke führt eine Eisenbahnlinie durchs Ruhrkohlengebiet von Dortmund nach Duisburg über Witten, Bochum, Oberhausen und Mühlheim. Gedacht ist diese Linie für den Gütertransport und nur bei Bedarf werden Personenwagen angehängt.

1861

Die Gesamtzahl aller Gewerbetreibenden (ohne Bergbau und Steinbrüche) beträgt in Bochum, Witten, Herne, Gelsenkirchen und Hattingen insgesamt 10.674.

1863

Die Bergisch-Märkische Eisenbahn verlegt ihre Hauptwerkstatt nach Witten.

24.06.1865

Das Allgemeine Berggesetz für die Preußischen Staaten wird erlassen.. das Gesetz tritt am 01.10.1865 in Kraft. Grundsatz des neuen Bergrechts ist das Prinzip der Bergbaufreiheit: Der preußische Staat zieht sich aus der Leitung der Bergwerks- und Hüttenbetriebe zurück und beschränkt sich auf die Wahrnehmung bergpolizeilicher Aufgaben (Inspektionsprinzip).

1871

Die Stadt Witten zählt rund 15.000 Einwohner.

01.06.1872

An insgesamt zehn Orten im Ruhrgebiet - auch in Witten - werden Bergvorschulen gegründet. Sie bilden Bergleute und andere Handwerker in Lesen, Schreiben, Rechnen, Maschinenlehre und Bergpolizeirecht umfassend aus.

17.10.1887

Die Wohnungsnot in Witten steigt. Vor allem werden Wohnungen für Arbeiter gesucht.

24.06.1892

Die preußische Berggesetznovelle schreibt für jede Zeche eine Arbeitsordnung und ein Mitspracherecht der Arbeiter vor.

1898

Witten wird kreisfreie Stadt.

04.01.1899

Die Märkische Straßenbahn in Witten wird feierlich in Betrieb genommen.

um 1900

Zahlreiche alte Zechen im Süden des Ruhrgebiets werden wegen Unwirtschaftlichkeit stillgelegt. Auch Wittener Zechen sind hiervon betroffen.

1909

Das vom Fabrikanten Friedrich Lohmann gestiftete Märkische Museum in Witten wird geöffnet.

15.03. bis 10.05.1920

Die Arbeiter des Ruhrgebiets leisten bewaffneten Widerstand gegen Freikorps, die im Zuge des Kapp-Putsches auf die Städte des Ruhrgebiets marschieren. Die Armee der Arbeiter erringt die Macht im Ruhrgebiet und erreicht ein Abkommen mit der Reichsregierung . Der Aufstand wird danach jedoch vollständig niedergeschlagen. Im Süden des Ruhrgebiets sind es vor allem Arbeiter aus den Städten Hagen und Witten, die den Freikorps Widerstand leisten und schließlich siegen.

1921

Der heutige Stadtteil Heven wird eingemeindet.

10./11.01.1923

Die französische Armee besetzt das Ruhrgebiet als 'produktives Pfand', da das Deutsche Reich seinen Verpflichtungen nach dem Versailler Friedensvertrag (28.06.1919) zu Reparationszahlungen nur schleppend nachkommt. Auch Witten wird besetzt. Die Bevölkerung leistet passiven Widerstand.

um 1925

Schließung zahlreicher Zechen in Witten.

31.07.1925

Die französischen Besatzungstruppen verlassen das Ruhrgebiet.

1929

Die heutigen Ortsteile Annen, Rüdinghausen, Stockum, Düren und Grenzbereiche von Langendreer und Bommern kommen zu Witten.

1975

Eingliederung Herbedes nach Witten. Die so vergrößerte Stadt verliert ihre Kreisfreiheit und gehört nun dem Ennepe-Ruhr-Kreis an.

13.09.1980

Der Kemnader Stausee wird eröffnet.

30.04.1983

Die erste private deutsche Universität nimmt in Witten ihren Betrieb auf.

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Aktuelle Neuigkeiten über den Bergbau:

Saarland:

RAG-Pressemeldung zum Bergbau im Saarland

und die Ansichten der Bergbaugegber