Alter Bergbau in Herbede

Trotz der Aktivitäten der Zeche Blankenburg war der Bergbau in Herbede um die Jahrhundertwende 1900 ziemlich still.

Erst mit der Gründung der Zeche Herbeder Steinkohlenbergwerke, im Volksmund Zeche Holland genannt, im Jahre 1912, deren Hauptgewerke zunächst die Bochumer Bergwerks-AG war, begann neues Leben im Herbeder Bergbau.

Mit dem Abteufen der ersten beiden Schächte wurde 1913 begonnen, doch erst nach dem Ersten Weltkrieg konnte die Förderung aufgenommen werden.

1925 gingen die Bergbauanteile an die Bergbau AG Lothringen in Bochum-Gerthe. In den Jahren 1928/30 lag die Tagesförderung bei 1.000 t. 1932 sind übertage eine Hängebank, eine Kohlenwäsche, eine Brikettfabrik und weitere Anlagen errichtet worden.

Nach einer Stillegung 1925 erfolgte 1927 eine Wiederinbetriebnahme. Bei einer Teufe von 220 m konnten 1950 230.000 t, 1965 320.000 t und 1971 360.000 t gefördert werden.

Als letzte Großzeche auf Wittener Gebiet stellte die Zeche Herbede 1972 ihren Betrieb ein.

Eine weitere Herbeder Großzeche, die Zeche Klosterbusch, nahm ihren Anfang in Bochum-Querenburg. Die Gewerkschaft Ver. Klosterbusch war aus der Eisensteinzeche Ver. Klosterbusch hervorgegangen, die bis 1878 gefördert hatte.

1918 sind in Querenburg zunächst zwei tonnlägige Schächte in Betrieb genommen worden, die bis 1922 eine jährliche Kohleförderung von 126.000 t erreichten.

1923 begann das Abteufen eines seigeren Förderschachtes. Zunächst wurden die Betriebsanlagen auf Bochumer Gebiet ausgebaut, später entstanden auf der Herbeder Seite u. a. eine Wäsche, eine Brikettfabrik und ein Verwaltungsgebäude.

Seit 1921 waren die Betriebsstätten in Bochum und in Herbede mit einer Seilbahn von 2.000 m Länge verbunden. Der Hauptgrund für die Anlagen auf Herbeder Gebiet war der hier gegebene Bahnanschluß. 1937 belief sich die Förderung auf 454.000 t. Nach schweren Kriegszerstörungen und dem vorübergehenden Ausfall 1945 erreichte die Förderung 1949 wieder 300.000 t. Zu diesem Zeitpunkt lag die Teufe der Hauptfördersohle bei 368 m.

1961 wurde die Anlage wegen Unrentabilität geschlossen.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam es in Herbede zur Neueröffnung einiger Kleinzechen, darunter
von 1921-1923 die Zeche Neugottsegnedich,
von 1921-1928 die Zeche Anna-Sybilla und
von 1921 mit Unterbrechungen bis 1940 die Zeche Tinsbank,
1922 die Zeche Stralsund,
1922-1927 die Zeche Fortuna ins Westen,
1924-1925 die Zeche Wrangel und
1926-1934 die Zeche Neuglück und Stettin.

1919 eröffnete die Firma Friedrich Fischer & Co einen Zechenbetrieb und führte nach dem Erwerb der Gewerkschaft Cleverbank 1928 unter diesem Namen den Betrieb weiter.

Die Zeche Elisabethenglück im Hammertal begann 1926 und die Zeche Ver. Gideon in Vormholz 1927 mit der Förderung.

In den 50er bzw. frühen 60er Jahren stellten die drei letztgenannten Zechen ihren Betrieb ein.

Als letzte Kleinzeche des Ruhrgebietes und als letzter Zechenbetrieb auf Wittener Gebiet wurde 1976 die Kleinzeche Egbert geschlossen. Ihr hölzernes Fördergerüst ist heute Teil des Bergbaurundweges Muttental.

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Aktuelle Neuigkeiten über den Bergbau:

Saarland:

RAG-Pressemeldung zum Bergbau im Saarland

und die Ansichten der Bergbaugegber