Alter Bergbau
Erste Angaben über den schon wesentlich älteren Bergbau in Witten liegen aus dem 16. Jahrhundert vor. Der erste Bergbau in Witten wurde 1510 betrieben, aber erst 1550 beurkundet. 

Auf beiden Seiten der Ruhr wurde die Kohlengewinnung durch Fördern von der Oberfläche ausstreichender Flöze betrieben. Diese Art der Kohlengräberei wurde von Bauern und Grundherren betrieben, also nicht von ausgebildeten Bergleuten. Die durch den Kohleabbau entstandenen Löcher wurden nicht wieder verfüllt. In der nachfolgenden Zeit füllte sich das Kohlengräberloch mit Laub und Wasser. Die Ränder des Loches brachen nach und es entstanden die sogenannten "Pingen". 

Durch die Kohlengräberei wurden verhältnismäßig große Waldflächen erfasst und in erheblichem Maße Flurschäden verursacht. Die Grundherren einigten sich daraufhin auf eine eingeschränkte Bergbautätigkeit, der nur den Bedarf für Witten umfassen sollte.

Pingen-Bergbau
Durch diese Art der Kohlengräbererei entstanden die "Pingen", die auch heute noch an vielen Orten zu sehen sind.

In Witten stehen einige bauwürdige Flöze an:

in den Sprockhöveler Schichten, in denen Magerkohle abgebaut wurde, die Flöze
- Besserdich,
- Hinnebeck,
- Neuflöz/Dreckbank,
- Wasserbank und
- Hauptflöz;

in den Wittener Schichten mit ihren Eßkohlenablagerungen die Flöze
- Mausegatt, Kreftenscheer I und II,
- Geitling I, II und III,
- Finefrau,
- Finefrau Nebenbank und
- Girondelle I-IX;

zuletzt in den Bochumer Schichten (Fettkohle)
- der Flöz Sonnenschein.

Nachdem sich im 18. Jahrhundert der Transport von Kohle, Holz, Kalk und Steinen auf der Ruhr wegen der Umladenotwendigkeit an den einzelnen Wehrstellen und der Karrenverkehr auf den holprigen Wegen als wenig günstig erwiesen hatte, ging man von 1774-1780 daran, die Ruhr schiffbar zu machen. Im Jahre 1776 wurde die Steinhauser Schleuse erbaut. Im Jahre 1780 war auch die Herbeder Schleuse fertiggestellt. Am 5.7.1780 fuhr von Witten aus das erste märkische Schiff mit 300 Zentnern Kohle die Ruhr hinab. 

Eine Aufstellung der Anzahl und Betriebe sowie der Belegschaftszahlen für die gesamte Grafschaft Mark aus dem Jahre 1737 umfasst 105 arbeitende Zechen mit zusammen 688 Bergleuten. Die gesamte jährliche Förderung belief sich rund 48.000 t Kohle. Auf das Gericht Herbede entfielen 7 Steinkohlengruben mit einer jährlichen Fördermenge von rund 870 t Kohle.

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Aktuelle Neuigkeiten über den Bergbau:

Saarland:

RAG-Pressemeldung zum Bergbau im Saarland

und die Ansichten der Bergbaugegber