Alter Bergbau in Annen

Erst mit dem Bau eines Bahnhofs der Bergisch-Märkischen Eisenbahn in Annen begann die Umwandlung des Bauerndorfes in einen Industrieort. Im Feld der Gewerkschaft Wiendahlsbank wurde seit dem 18. Jahrhundert im Stollenbau gefördert. Das Stollenmundloch lag im Brunebecker Tal. Um 1850 sind die Schächte Friedrich und Wilhelm abgeteuft worden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts sind die Schachtanlagen erheblich ausgebaut worden. 1908 wurde die Zeche dem Dortmunder Steinkohlenbergwerk Louise Tiefbau angegliedert. Vor der Schließung 1924 betrug die jährliche Förderung durchschnittlich 300.000 t.

1851 wurde mit dem Abteufen des Schachtes Adolf auf der Zeche Hamburg begonnen.

1864 erfolgte die Gründung der Zeche Ringeltaube.

1895 konsolidierte die Zeche Hamburg mit der Wittener Zeche Franziska unter dem Namen Hamburg und Franziska und 1896 erfolgte ein Zusammenschluß von Hamburg und Franziska mit Ringeltaube in Annen, die fortan als Wetterschacht für die Anlage Hamburg diente. 1904 erzielte die 1.520 Mann starke Belegschaft der Anlage Hamburg eine Förderung von 362.000 t. 1925 wurde die Zeche Hamburg und Franziska stillgelegt.

Von den Besitzern des Hauses Berge soll bereits im Jahre 1558 unterhalb des Helenenberges Tagebau betrieben worden sein. Wie überall im Bereich Helenenberg, Hohenstein, Kohlensiepen und Borbachtal lassen sich noch heute Spuren eines frühen Bergbaus finden. In diesem Gebiet wurde im 17. und 18. Jahrhundert auch Eisenstein im Tagebau gewonnen. Insgesamt lagen die Bergbauaktivitäten jedoch nördlich der Ruhr weit hinter denen im südlichen Bereich zurück.

Witten vor dem 2. Weltkrieg
Alt-Witten (vor dem 2. Weltkrieg), Federzeichnung von F. A. Jahrtmarkt, Witten

In der Borbecker Mulde waren tätig:

Gellert und Ver. Alexander,
1738 Stuchtey,
1747 Sophia,
1754 Ruhrmannsbank,
1767 Juliana und Peter Caspar,
1768 Niederste-Frielinghausbank, die kurze Zeit später aufgegeben und 1774 neu als Verlorener Posten weitergeführt wurde.
1824/27 konsolidierten Ruhrmannsbank, Sophia und Peter Caspar zu Ver. Ruhrmannsbank. 1859 kam es zu einem Zusammenschluß von Portbank, Augustus, Ver. Ruhrmannsbank, Franziska Fortsetzung 11, Verlorener Posten Süd- und Nordflügel und Verlorener Posten in der Borbecke zu Ver. Borbecker Tiefbau, die wiederum 1866 mit Franziska Tiefbau zu Ver. Franziska Tiefbau konsolidierte.

Im Bereich Timmerbeil wurden
1796 Knappsack,
1823 Timmerbeil und
1829 Theodora beliehen, die 1853 zu Ver. Timmerbeil konsolidierten.
Die hier geförderten Kohlen wurden an Friedrich Harkort in Wetter geliefert. 1873 erfolgte die Einstellung des Betriebes.

Im Bereich Kohlensiepen/Borbachtal waren drei Gewerkschaften tätig:
1821 Bergmann,
1842 Bernadotte und
1851 Prudens.
1857 vereinigten sich die drei Gewerkschaften. Doch nicht zuletzt aufgrund technischer Schwierigkeiten ist die neue Gewerkschaft, die 1934 zum Erliegen gekommen ist, wiederholt, mindestens fünfmal, in Konkurs gegangen und hat nahezu ebenso oft einen Besitzerwechsel durch Verkäufe erlebt.


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Aktuelle Neuigkeiten über den Bergbau:

Saarland:

RAG-Pressemeldung zum Bergbau im Saarland

und die Ansichten der Bergbaugegber